Therapie mit Klang
 

 

 

Klänge können uns auf einer Ebene erreichen, die mit Worten allein manchmal nur schwer zugänglich ist. Nicht alles, was wir erlebt haben oder was uns innerlich bewegt, lässt sich durch Nachdenken, Verstehen oder Sprechen vollständig erfassen. 

Vieles zeigt sich auch über den Körper, über Empfindungen, Spannungen, Gefühle und innere Reaktionen.

 

In meiner therapeutischen und begleitenden Arbeit nutze ich deshalb Klang – insbesondere einen 32-Zoll-Gong, den ich für meine Klienten spiele. Sein vielschichtiges Klangspektrum kann sehr fein und sanft sein, aber ebenso kraftvoll, intensiv und raumfüllend. Dabei geht es nicht ausschließlich um Entspannung. Je nachdem, was ein Mensch in seinem Prozess gerade braucht, kann der Gong beruhigend und tragend oder auch sehr kraftvoll eingesetzt werden.

 

Vor der Klangarbeit kann zunächst im Gespräch deutlich werden, was einen Menschen beschäftigt oder welches Thema gerade im Vordergrund steht. Wenn der Zeitpunkt im Prozess passend erscheint, kann der Gong genutzt werden. Während des Gongspiels selbst geht es jedoch nicht darum, bestimmte Gefühle bewusst festzuhalten, zu analysieren oder sich fortwährend zu fragen, was gerade geschieht. 

Im Gegenteil: Die Aufmerksamkeit darf immer wieder ins Hier und Jetzt zurückkehren – zum Klang, zum Körper, zum Atem und zu dem, was sich im jeweiligen Moment zeigt- um es nahezu zeitgleich wieder vorbeiziehen zu lassen.

Alles, was währenddessen wahrgenommen wird, ist sehr individuell und darf zunächst einfach Erfahrung sein. Ohne Bewertung, ohne unmittelbare Deutung und ohne den Anspruch, etwas verstehen oder einordnen zu müssen. Manches kann direkt spürbar sein, anderes zeigt sich vielleicht erst später. Erfahrungen können nachwirken, und oftmals können erst im Nachhinein neue Gedanken, Empfindungen oder innere Zusammenhänge entstehen.

 

Gerade darin liegt für mich eine besondere Qualität der Gongarbeit: Sie kann Prozesse begleiten, ohne dass alles bewusst gesteuert werden muss. Der Klang eröffnet einen Raum, in dem sich Wahrnehmung verändern, vertiefen oder neu ordnen kann.

 

Manche Menschen erleben die Gongarbeit als stärkend, klärend oder lösend. Andere berichten davon, sich danach präsenter, innerlich sortierter oder stärker mit ihrer eigenen Wahrnehmung verbunden zu fühlen. Auch das Vertrauen in die eigene Intuition kann sich im Laufe der Zeit vertiefen. Solche Erfahrungen sind individuell und lassen sich nicht vorhersagen oder erzwingen.

 

Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch mit seinem eigenen Prozess. Der Gong ist für mich kein Mittel, um etwas „wegzumachen“, sondern ein Instrument, das dabei unterstützen kann, wieder mehr Verbindung zu sich selbst, zum eigenen Körper und zur eigenen inneren Kraft zu finden.

 

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